Vergleich MOPF0, MOPF1 und MOPF2

Anders als zum Beispiel beim W123 oder W126, werden beim W124 die Modellpflegen als „MOPF“ bezeichnet. In der W123-Szene wird der W124 hierfür gerne belächelt. Dort werden die Modellpflegen nämlich als „Serien“ bezeichnet. Daraus ergibt sich auch ein Unterschied bei der Nummerierung. Ein anfänglicher W123 ist somit aus der „1. Serie“. Ein anfänglicher W124 wird aber als „MOPF0“ bezeichnet.

Damit man im Alltag gut erkennen kann, aus welcher Modellpflege das gerade gesichtete Fahrzeug kommt, sind hier kurz die relevantesten Eigenschaften der MOPF’s im Vergleich zusammengefasst. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass einige Eigentümer die Fahrzeuge teilweise „umgemopft“ haben oder Bauteile aus anderen Modellpflegen verbaut haben.

Am einfachsten lässt sich MOPF0 von MOPF1/2 unterscheiden. Die 1989 mit MOPF1 eingeführten Sacco-Bretter sind zugleich die auffälligste Veränderung am W124. Ebenfalls auffällig sind die unlackierten Stoßstangen. Diese können bei Fahrzeugen, die einen Auffahrunfall hatten, aber auch trotz MOPF0 lackiert sein. Insbesondere die vorderen Stoßstangen werden gerne gebraucht erworben, da das Fahrzeug mit Front-Schaden häufig der Unfallverursacher ist und somit ohne Vollkasko-Versicherung die Reparatur nicht bezahlt bekommt. Deshalb sind gebrauchte vordere Stoßstangen auch meist teurer als das entsprechende Bauteil am Heck.

Allgemein wirken MOPF0-Fahrzeuge altmodischer. Das mag daran liegen, dass diese häufig „hochbeiniger“ wirken. Mit MOPF1 wurde das Fahrwerk noch weiter optimiert, es wurden unter anderem straffere Federn verbaut. Die serienmäßig tiefergelegten „Sportline“-Fahrzeuge gab es ebenfalls noch nicht.
Für das Kennerauge kann auch der unlackierte Plastikrahmen im Scheinwerferglas ein Indiz für ein MOPF0-Fahrzeug sein. Hier gilt allerdings gleiches, wie bei den Stoßstangen. Ab und an findet man auch MOPF0 Scheinwerfergläser an MOPF1 Fahrzeugen. Gerne sind diese nur rechts oder links verbaut, da häufig die Fahrer gar nicht wissen, dass die Gläser unterschiedlich aussehen.

Zwischen MOPF1 und MOPF2 zu unterscheiden, ist schon ein wenig anspruchsvoller. Ein recht zuverlässiges Erkennungsmerkmal zwischen MOPF1 und MOPF2 ist der „Plakettengrill“. Der Chrom-Rahmen ist deutlich zurückhaltender und der Mercedes-Stern sitzt auf dem Blech der Motorhaube, anstatt auf dem Kühlergrillrahmen. Um ein Fahrzeug hierbei auf MOPF2 umzumopfen müsste man die Motorhaube, den Grill und die Streuscheiben der Scheinwerfer tauschen, was nur wenige Menschen tun. Deshalb findet man z.B. auch keine Streuscheiben von MOPF0 an einem MOPF2, da diese aufgrund des Kühlergrills nicht passen würden.
Die häufigste Veränderung bei MOPF0/1-Fahrzeugen ist die Nachrüstung der weißen Blinker , obwohl diese erst mit MOPF2 eingeführt wurden. Die weißen Blinker lassen das Fahrzeug moderner erscheinen, da orange Blinkergläser meist als „altmodisch“ angesehen werden. Deshalb können die Blinker auch nicht als zuverlässiges Erkennungsmerkmal angesehen werden.

MOPF2 und MOPF1
MOPF2 und MOPF1

MOPF0 (November 1984- September 1989)

  • keine Sacco-Bretter
  • unlackierte Stoßstangen
  • Plastikrahmen in der Streuscheibe unlackiert
  • keine Holzapplikationen an den Türen und am Armaturenbrett
  • keine V8-Motoren
  • wirken „hochbeiniger“

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MOPF1 (September 1989- August 1993)

  • Sacco-Bretter in Akzentfarbe
  • Stoßstangen in Akzentfarbe lackiert
  • Chrom-Leisten auf den Stoßstangen und den Türgriffen
  • lackierte Außenspiegel
  • „Sportline“-Paket
  • neue Stoffmuster
  • Holzapplikationen an den Türen und am Armaturenbrett
  • Plastikrahmen der Streuscheiben in Silber lackiert (beim 500E chrom)
  • Langversion (V124)

Weitere Infos zu den MOPF1-Fahrzeugen: hier


MOPF2 (August 1993- Juli 1997)

  • Plakettengrill
  • Mercedes-Stern auf der Motorhaube, nicht mehr auf dem Kühlergrill
  • weiße Blinker
  • neue Modellbezeichnungen (E 250 Diesel anstatt 250D)
  • neue Stoffmuster
  • Chrom-Leiste am Heckdeckel
  • veränderte Schalter im Innenraum

Weitere Infos zu den MOPF2-Fahrzeugen: hier