Wo ist er?

Von Enkirch nach Tauplitz

Die Tankstelle war schnell erreicht. Ich ärgerte mich zwar über den Preis, aber das lässt sich im Urlaub nicht groß beeinflussen. Im Alltag schaut man in Apps, vergleicht Preise, schaut nach der Tageszeit und tankt dann doch meist noch ganz günstig – zumindest ich mache das so. Das Wetter war eher kalt und windig, Regen könnte es auch noch geben. Ich merke schon, das wird ein typischer „Fahrtag“. Auf nach Tauplitz!

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Tankstop 02

km-Stand Start: 411.305
km-Stand Ende: 412.019
gefahrene km: 714

getankte Liter: 58,75
Verbrauch: 8,23L/100km (höchster Verbrauch der ganzen Reise)
Streckenprofil: Autobahn

Fahren…einfach fahren

Während das Diesel-Gebräu, welches Kranki so liebt, in seinen Tank läuft, schaue ich nach dem Motorölstand und dem Kühlwasser. Alles toll. Natürlich schaue ich auch nach Murphy. Er liegt in seinem „Körbchen“ auf seinem roten Kuschel-Handtuch im hinteren linken Fußraum und schaut mich mit großen Hundeaugen an. Ich streichle ihn liebevoll und sage ihm, dass er Herrchen und Frauchen heute Abend wieder sehen wird. Da gehen die Ohren sofort nach oben. Ich gehe bezahlen und wir fahren weiter. Ab auf die Autobahn.

Ich habe das Radio nun auch wieder eingeschaltet. Es läuft Neil Diamond – I am… I said. Ich freue mich über die Ladeanzeige der zweiten Batterie, freue mich über den vollen Tank, die 85 Grad, die die Motortemperatur anzeigt und verdaue nun auch langsam den Schock des Murphy-Angriffs.

deutsche Straßen

Leider zeigt sich dann schon schnell der erste Stau. Typisch. Baustellen, Staus und Spurverengungen leben in Deutschland nahezu in perfekter Symbiose zueinander. Aber es bringt nichts, sich darüber zu ärgern. Ich weiß ja auch, dass es in südlichen Ländern im Verkehr anders zugeht – zügiger, rücksichtsvoller, aber auch egoistischer. Außerdem ist meist mehr Platz, weil weniger Leute unterwegs sind. Darauf freue ich mich schon und ich wurde auch absolut nicht enttäuscht.

Movin' Crusin'
Movin‘ Crusin‘

Der Verkehr lief flüssig und es dudelte Movin‘ Cruisin‘ – The Fantastic Oceans aus dem Radio. Das Lied ist bekannt aus dem Bud Spencer Film „Zwei Asse trumpfen auf“.

Als der nächste Stau am Horizont zu sehen ist, machen wir auf dem aufkommenden Parkplatz spontan eine Pause. Wir gehen eine Runde im Nieselregen spazieren und Murphy ist sehr schüchtern und fast schon dankbar, als er wieder ins Auto kommt. Dort gibt es natürlich auch ein Schluck Wasser zu trinken.

Zwischendurch fährt ein BMW-Club auf den Parkplatz. Ein Mitglied kommt direkt auf mich zu und fragt höflich, ob er mein Auto fotografieren darf, er sei früher als Sanitäter genau mit diesem Wagen gefahren. Klar, gerne! Diesen Moment werde ich auf der Reise noch viele Male in unterschiedlichen Sprachen erleben. Dabei denke ich immer, dass ein alter Krankenwagen doch eine weitaus nettere Atmosphäre versprüht, als es ein alter Leichenwagen tun würde. Es gibt allerdings auch mal Leute, die den Krankenwagen mit selbigen verwechseln.

Plakette? Maut?

Als ich im Schritttempo im Stau weiter fuhr, sinnierte ich, ob ich denn in Österreich nun eine Plakette kaufen soll oder nicht. Normal verstößt dies gegen meine Grundsätze. Ich möchte nicht für etwas bezahlen, was man auch kostenlos bekommen kann. Außerdem sieht man auf den kleineren Straßen viel mehr, als auf der Autobahn. Autobahn ist eigentlich total langweilig. Außerdem hat man dann diesen hässlichen Aufkleber an der Scheibe. Kann ich eigentlich drauf verzichten. Aber es gab in diesem Fall auch ein paar Gründe, die für die Plakette sprachen: Meine Mutter und mein Stiefvater werden definitiv auf der Autobahn weiterfahren. So hätten wir also nicht zusammen fahren können. Und da wir alle zügig ans Meer wollen, wäre dies auch die zügigere Alternative. Die Verzögerungen durch den ganzen Stau könnte ich so auch wieder aufholen. Also habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Plakette gekauft.

Wohin denn nun eigentlich?

In meinem Navi stand tatsächlich lediglich „Tauplitz“ drin. Genaueres bisher nicht. Dies war als Treffpunkt ausgemacht. Wir wollten eine Nacht bei Uli (https://www.uli-on-tour.at/) auf dem Hof schlafen. Die drei hatten sich letztes Jahr auf der Fähre nach Griechenland kennengelernt und dort einige Zeit zusammen verbracht – und wohl auch viel Ouzo und Bier getrunken. Das klingt gut, dachte ich. Die genaue Adresse bekam ich dann als Screenshot von dem iPhone meiner Mutter. Klar, während der Fahrt die Adresse abtippen, weil man aus einer Bilddatei nicht herauskopieren kann, ist super – viel einfacher als einfach „copy&paste“ zu benutzen – nicht! Danke Mama. Aber es hat alles geklappt. Das Haus habe ich im Dunkeln trotzdem nicht gefunden. Aber der gütige Telefonlotse hat mich dann vom Feuerwehrhaus durch einen kleinen Tunnel unter der Bundesstraße auf einen kleinen Feldweg geführt und ich wurde mit freudigen Blicken empfangen. Die Hecktür wurde umgehend aufgerissen und Murphy konnte mit einem „Wo ist Petra?“ sein Frauchen wieder beschmusen. Als ich das Auto auf Ulis Hof geparkt hatte, ist Murphy freudig zwischen uns Hin- und Her gelaufen. Da waren alle Erlebnisse des Morgens gleich wieder vergessen.

Herzlich Willkommen

Da ich aufgrund des Staus viel später als gedacht ankam, hatten alle natürlich schon Abendbrot gegessen – außer ich. Aber nach einer kurzen Fahrzeugbeschauung gingen wir ins Haus und Uli hat mir fürsorglich eine Tiefkühlpizza gemacht und diese mit Leckereien verfeinert. Bis zum Ende des Abends wurde ich auch ausreichend mit Bier versorgt. Danke Uli! Da wir alle viel gefahren sind, waren wir auch recht zeitig im Bett. Ich habe noch kurz gelesen und die fünfte Nacht im Krankenwagen genossen. Wie schnell die Zeit doch vergeht.

Natürlich gab es ein leckeres Frühstück. Vorher beim Aufstehen, sah ich dann auch erst, wie schön es hier eigentlich war. Bei der Ankunft war es bereits dunkel. Ein wunderschönes Haus, wie man es sich in Österreich vorstellt. Der Garten ist sehr liebevoll gestaltet. Kranki hat sich auch sehr wohl gefühlt.

Wo ist er?
Wo ist er?

Tierarzt

Auch wenn Murphy wieder gut drauf war, sind wir nach dem Frühstück umgehend mit ihm zum Tierarzt gefahren. Der Vorteil, wenn man sich in der Nachbarschaft gut kennt: Dank Uli mussten wir nicht im Wartezimmer warten. Murphy war trotzdem nicht begeistert. Als er dann den Leckerli von der Tierarzthelferin bekommen hat, hat sich seine Meinung allerdings schnell geändert. Zum Glück war auch nichts ernstes. Er bekam eine Spritze und sollte die nächsten drei Tage Antibiotica-Tabletten nehmen.

letzte deutschsprachige Vorbereitungen

Nach dem Tierarzt waren wir noch bei der Bank. Uli hatte uns empfohlen, nur kleine 5€/10€ Scheine mitzunehmen, da man sonst in Kroatien und Albanien irre viel innerländische Währung als Wechselgeld bekommt. Guter Tipp, danke! Im Supermarkt wurde noch Bier und Zahnpasta besorgt und dann sollte es eigentlich weitergehen. Aber Ulis Frau lies uns nicht gehen, bzw. fahren. Erst sollten wir noch einen ordentlichen Teller ihrer Kürbissuppe zu uns nehmen. Das war ein wirklich toller Hinderungsgrund. Essen ist immer super. Und dazu war die Suppe auch noch irre lecker! Vielen Dank nochmal.

Dann wurde noch einmal Wasser gebunkert und es ging wirklich los. Aber wir kamen nicht weit. Am Horizont sah man drei blaue Buchstaben mit gelben Hintergrund – und einen günstigen Dieselpreis. Kranki hatte schon wieder Durst.. Von Tauplitz nach Split

2 COMMENTS
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