Sonnenuntergang

Das perfekte Vanlife-Foto aufs Meer

Vom Paradies ins Paradies. Es ging über einsame Landstraßen mal an der Küste entlang und mal im Innenland. Mir wurde ein idyllischer Camping-Platz mit Kieselstrand versprochen. Und es tat sich die Chance auf, das perfekte Vanlife-Foto aus der Heckklappe auf das Meer zu machen – im Sonnenuntergang, versteht sich.

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Tankstop 07

km-Stand Start: 414.603
km-Stand Ende: 415.466
gefahrene km: 863

getankte Liter: 56,93
Verbrauch: 6,6L/100km
Streckenprofil: Landstraße

Anmerkung:

Ich hatte geplant, die Artikel nach Tankstopps aufzuteilen. Da ich aber der Fährfahrt einen eigenen Artikel widmen möchte, wird dieser separat erscheinen. Das nächste Mal wird nämlich erst in Österreich getankt. Der Krankenwagen ist beim Spritverbrauch einfach zu sparsam.

Mal wieder Pause?

Die Strecke an der Küste lang war wirklich schön, aber zog sich. Es machte sich mal wieder der Hunger breit. Zum Glück war noch Proviant von Lidl vorhanden. Die Gebäckstücke in Griechenland bei Lidl sind unglaublich lecker – alles zwar nicht unbedingt gesund, aber Blätterteig, Schafskäse oder Hack passen halt einfach super gut zusammen. Nach der Stärkung wurde gebadet – wieder glasklares Wasser und ein paar größere Steine am Grund – leider aber nicht so spannend wie auf Elafonisos. Egal, es war total erfrischend.

Kranki und "Jumbo"
Kranki und „Jumbo“

Wir haben natürlich schon recht bald entschieden, dass wir Essen gehen wollten. Es gab natürlich die begehrten Restaurants im kleinen Städtchen am Hafen. Diese waren bekanntlich aber auch eher teurer und qualitativ nicht unbedingt besser. An der großen Hauptstraße zur Stichstraße mit dem Campingplatz lag auch ein tolles Restaurant – mit großem Parkplatz davor, allerdings noch zu. Wir entschieden uns, abends dort hin zu gehen und wurden nicht enttäuscht. Kochen kann man hier einfach.

Auf dem Weg vom Restaurant zu den Autos, hielten wir noch an der Bar des Camping-Platzes an und gönnten uns noch einen Cocktail. Danach gab es noch einen Absacker-Ouzo und wir gingen ins Bett. Da ich noch nicht müde war, habe ich auf dem iPad noch einen James Bond Film geschaut und schlief schließlich im warmen Meereswind bei offener Heckklappe ein.

Spaziergang ins Städtchen

Nach dem Frühstück wollten wir zu Fuß das Städtchen erkunden. Da es aber bereits jetzt schon irre warm war, hielt sich die Lust jedoch in Grenzen. Wir konnten uns aber schließlich doch aufraffen und wurden auch nicht enttäuscht. Der Hafen war sehr idyllisch, es gab viele kleine Cafes – einkaufen waren wir dann auch noch.

Beschäftigung?

Wir wollten ja wieder einen Tag ohne Fahren verbringen. Dieter und mich plagte aber schon wieder ein undefinierbares Jucken in den Fingern. Wir wollten etwas tun. Moment – vor zwei Tagen war doch Wasser im Fußraum des Badezimmers im Wohnmobil. Sollen wir uns das nicht mal angucken? Klar!

Gas, Wasser, Sch...
Gas, Wasser, Sch…

Ja, in der Tat macht es sehr viel Spaß, bei 35°C im Schatten und vielen Mücken um einen herum, eine Toilette zu reparieren. Zum Glück wurden wir gut mit Wein und Bier versorgt. Und als die undichte Stelle gefunden und beseitigt war, war die Freude umso größer! Schön günstig muss es heute sein, die Qualität ist da wohl doch zweitrangig geworden. Das war früher beim W124 doch noch anders.

Nach der Reparatur wurde gegrillt, diverse Male gebadet und dann ging es irgendwann ins Bett. Morgen sollte es wieder weiter gehen..

Abfahrt

Kein Stress beim Aufstehen. Die Routine des Abbauens, Grill sauber machen und Kram verstauen, war nun schon routiniert und erforderte keinen besonderen Aufwand. Nach Kilini-Beach sollte es nun gehen – auf einen Sandparkplatz mit Dusche und einem WC – direkt am Strand. Ich hab mich schon sehr drauf gefreut. Kann ich dann vielleicht dort endlich das „Vanlife“-Foto aus der Heckklappe auf das Meer machen?

Es ging los. Da wir auf dem Camping-Platz gleich einen steilen Berg hoch mussten, konnte der Ölmotor im kalten Zustand gleich mal zeigen, was er lautstärketechnisch so drauf hat. Dadurch versammelten sich natürlich wieder diverse Schaulustige um den Krankenwagen zu fotografieren. Schön.

Nun gab es auch keine Autobahn mehr, wir hatten die ganze Zeit friedliche Landstraße vor uns und fuhren auch die meiste Zeit am Meer entlang. Das sah in etwa so aus:

Straße am Meer
Straße am Meer

Schwimmen

Ungefähr nach der Hälfte der zu bewältigenden Strecke, erklang aus dem Walkie-Talkie der Wunsch nach einer Pause. Diesem Wunsch wurde stattgegeben, sofern die Pause am Meer stattfindet und gebadet werden kann. So ein Ort wurde kurzerhand gefunden – sogar mit Schattenparkplatz. Also raus aus dem Auto, rein in die Badehose und ab ins Wasser. Dieter wollte allerdings lieber einen Kaffee trinken.

Der Strand war menschenleer, allerdings recht steinig. Aber dafür hatten wir ja unsere Badeschuhe. Am Strand waren diverse kleine Kästen mit Absperrband aufgestellt. Dort befanden sich Warnhinweise auf Schildkröten-Babys. Leider ist davon kein Foto entstanden. Nach dem Baden und dem Kaffee ging es zügig weiter. Der Hunger wurde schließlich auch schon wieder größer und wir hatten was interessantes für das Abendbrot geplant.

Angekommen

Der Stellplatz war leider voller als gedacht und alle Plätze am Wasser waren natürlich besetzt. Aber da wir eh zwei Nächte bleiben wollten, war dies kein Problem. Die Abreisewelle wird morgens starten und wir müssten einfach nur ein paar Meter zurücksetzen um dann zwei Plätze am Meer zu ergattern. Typisch deutsch habe ich nach dem Wachwerden die Heckklappe geöffnet und mich auf die Lauer gelegt. Und ich wurde nicht enttäuscht, so haben wir die zweite Nacht direkt am Meer verbracht.

Empfangen wurde man mit diesem Anblick: Ganz viele Wohnmobile und daneben ein „No Camping“ Schild.

"no Camping"
„no Camping“

 

Stellplatz 1. Nacht
Stellplatz 1. Nacht

Ich trink Ouzo, was trinkst du so?

Ouzo
Ouzo

Natürlich gab es auch noch mehr zum Abendessen. Aber der obligatorische „Anleger“ darf eben nicht fehlen. Als Vorspeise haben wir frisches Brot, Salat und natürlich viel Zaziki gehabt und als Hauptgericht wollte ich mit meinem Grill angeben und eine (Fertig-)lasagne backen.

Das Abendessen war irre lecker. Die Lasagne ist auch fertig geworden – auch wenn dies ein wenig länger gedauert hat, als es auf der Packung stand.

Nach dem Essen wurden noch ungewohnte sportliche Kräfte entfesselt. Und Vorbereitungen für das morgendliche Baden wurden auch noch getroffen.

Das blau-schwarze Ding ist eine Wasserhängematte. Der Ring wird mit Luft gefüllt und in dem Netz liegt man dann im Wasser. Es ist irre gemütlich, man kann damit gut navigieren und hervorragend darin Bier trinken. Ich kann es nur jedem empfehlen! So ging der Tag zuende und mit dem Meeresrauschen in den Ohren begann ein erholsamer Schlaf.

Ein entspannter Tag

Wie oben bereits erwähnt, begann der Tag mit Umparken. Dann ging es weiter mit einem morgenlichen Bad und dem Frühstück. Als ich gerade dabei war, die nassen Handtücher aufzuhängen, hielt ein Pickup vor unseren Autos an. Ein älterer Herr stieg aus, ging zur Ladefläche und schnitt eine Wassermelone an. Er gab mir ein Stück. Ich bedankte mich und wir kamen ins Gespräch. Er hat eine Olivenplantage in der Nähe und wollte natürlich etwas verkaufen. Da wir aber sowieso Olivenöl mitnehmen wollten, wurde das bei ihm dann auch gekauft. Als Dankeschön bekamen wir noch eine komplette Wassermelone geschenkt. Sie war wirklich sehr lecker!

Weiter ging der Tag mit einem Spaziergang in der näheren Umgebung und einer Besichtigung des nahe gelegenen Campingplatzes. Es ging auch schon wieder dem Abend zu. Wir wollten in dem kleinen Restaurant direkt am Strand essen gehen, doch vorher kam der große Moment….

Das Foto

Die Sonne neigte sich immer weiter dem Meer zu und ich stellte fest, dass sie zufällig genau vor meiner Heckklappe untergehen werden wird. Die Chance musste genutzt werden und zack – war die gute Kamera von meinem alten Nokia-Smartphone gezückt. Ich will gar nicht viel drum herum reden. Es war ein unendlich schöner Anblick. Ich kann mich auch nach wie vor nicht entscheiden, welches nun das schönste Foto geworden ist.

Es war einfach ein richtig magischer Moment. Das Kreuzfahrtschiff, welches den Sonnenuntergang durchkreuzt hat, hat ebenfalls dazu beigetragen. Die Sonne war am Ende wirklich feuerrot – sowas habe ich vorher in meinem Leben noch niemals erleben dürfen.

Sonne
Sonne

Essen

Weiter ging es zum Restaurant. Das Essen war günstig und lecker. Man hat in 5 Meter Entfernung zum Meer gesessen und das Meeresrauschen passte wunderbar zu den Fleischspießen, dem Zaziki und den Beilagen. Der leckere Weißwein hat lediglich 1,50€ für einen halben Liter gekostet.

Gut gesättigt und nach dem abendlichen Spaziergang ging es dann ins Bett – die letzte Nacht in Griechenland.

Aufbruch

Nun ging es los. Ich kann nicht leugnen, dass sich das ein wenig traurig angefühlt hat. Dabei hatte ich eigentlich noch ein paar Tage. Ich konnte schließlich noch Fähre fahren und eine Nacht in Italien und eine Nacht in Österreich schlafen.

Aber aktuell beschäftigte mich eher die Fährbuchung. Das hatte ich bisher nämlich nicht getan. Ich hab immer mal geguckt und Preise verglichen. Mit dem Krankenwagen war es aber äußert unklar, ob nun normaler PKW, Wohnmobil oder Kleinbus. Des Weiteren gibt es im Mittelmeer die Möglichkeit, Camping on board zu buchen. Das funktioniert aber natürlich nur mit einem Wohnmobil. Ein Wohnmobil kostet aber mehr als ein PKW. Und tatsächlich waren keine Wohnmobil-Plätze mehr verfügbar.

Ich entschied mich, einfach zum Hafen zu fahren und direkt am Schalter zu buchen. Da wird sich schon was finden.

Die letzte Straße in Griechenland

Endlich läuft der Diesel wieder! Ich habe das Geräusch schon vermisst. Der Weg nach Patras war allerdings für griechische Verhältnisse recht anstrengend zu fahren, da der Verkehr mehr und mehr wurde. Es waren vor allem viele LKWs im Weg. Wir fuhren auch direkt zum Hafen um erstmal ein Ticket zu buchen. Wenn das erledigt ist, wollten wir noch etwas essen.

Angekommen im Hafen ging es direkt ins klimatisierte Gebäude, in dem die Fährgesellschaften ihre Büros hatten. Mir war im Grunde egal, womit ich fahre, da die Schiffe gleichzeitig losfuhren und gleichzeitig in Ancona ankommen sollten. Sofern ich nicht im Auto schlafen kann, hätte ich gerne eine Kabine. Auf der Ostsee werden Fährtickets mit einer Nachtüberfahrt nur mit Kabine oder Ruhesitz verkauft. Im Mittelmeer ist das leider etwas anders. Die Leute schlafen auch in den Gängen, auf den Sofas oder auf den Liegestühlen. Dazu im nächsten Teil mehr.

Die erste Fährgesellschaft hatte keinen Platz mehr, bei der zweiten hatte ich Glück. Der nette Herr gab mir sogar noch den ADAC Rabatt, obwohl ich gar kein ADAC Mitglied bin. Nun konnte ich mich auch wieder etwas entspannen und wir fuhren noch zu Lidl um Verpflegung zu holen und danach gingen wir etwas essen.

Der Abschied

Da ich echt aufgeregt war, wollte ich natürlich überpünktlich einchecken und habe mich dann auch von meiner Mutter, meinem Stiefvater und Murphy verabschiedet. Das war nach den drei gemeinsamen Wochen ein wirklich komisches Gefühl. Trotz dessen freute ich mich auf die Schifffahrt und konnte es kaum erwarten, auf das Schiff zu kommen. Das lief leider nicht ganz so einfach ab, wie gewünscht. Dazu hier mehr: Pünktlichkeit in Griechenland

1 COMMENT
  • Roadtrip Griechenland 2018 - weltverbenzer.eu
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